Startseite Keine Seite Nächste Seite Letzte Seite
Startseite



www.ekiba.de/gemeindeentwicklung/
Startseite  ·  Einstieg ins Thema

Einstieg ins Thema

von Marc Witzenbacher
Im Forum 18 auf dem Gemeindeentwicklungskongress
22. September 2007 - 16:00 Uhr im Kongresszentrum Karlsruhe

Werbende Gemeinde

1. Bild mit Glockenläuten

  • Haben Sie schon einmal Urlaub gemacht in einem Land, wo es keine Kirchenglocken gibt? Türkei => Glocken sind schon Öffentlichkeitsarbeit
  • Wir können nicht keine ÖA machen („Man kann nicht nicht kommunizieren!“)
  • Kirche ist präsent in der Öffentlichkeit

2. Bild (Glocke in Museum)


Glocke
  • Trotzdem: Manche Gemeinden lassen ihre „Glocken“ im Museum versauern, wuchern nicht mit den Pfunden, die ihnen von Gott anvertraut worden sind.
  • Folge: Leute gehen achtlos vorbei, manche lehnen sich an (Kind), aber sind nicht in einer Gemeinschaft integriert

„Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! … Höret, so werdet ihr leben!“
Jesaja 55,1ff

3. Gott ist ein werbender Gott

  • Gott ist ein werbender Gott. Er wendet sich den Menschen zu, er kommt zu ihnen, er sucht sie, er ruft sie. Er gibt sich in seiner Liebe zu erkennen, er stellt sich den Menschen vor. Gott wirbt liebend um uns Menschen. Seine Werbung ist persönliches Handeln. Ein Beispiel ist der Prophet Hosea. Hosea wird von Gott aufgefordert, noch einmal um seine Frau zu werben, „wie denn der Herr um die Kinder Israel wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern bekehren und Traubenkuchen essen“
    (Hosea 3,1).
    Das im deutschen Text mit „werben“ wiedergegebene Wort ist eigentlich mit „lieben“ zu übersetzen: „Geh hin und erweise noch einmal deine Liebe...“ sagt Gott zu Hosea. Diese verlorengegangene Bedeutung des Wortes „werben“ im Sinne von „liebevoll zuwenden, sich voller Liebe um jemanden bemühen, jemandem zu gefallen suchen, weil man ihn liebt, jemandem für sich zu gewinnen suchen“ sollten wir hören, wenn wir sagen: Gott wirbt um uns Menschen.

  • Wenn die Berichte über das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Evangelium, gute Botschaft, sind, ist deutlich: Eine Botschaft muss übermittelt werden. Die Evangelien sind von ihrem Ursprung her erzählte, überlieferte Texte. Es gehört zu ihrem Wesen, wieder gesprochenes Wort zu werden, Anrede an den Menschen. Werbung, Mission und Evangelisation sind keine Gegensätze. Werbung, die sich orientiert am werbenden Handeln Gottes, kann Gottes Liebe Menschen so übermitteln, dass sie sich Gott, dem Glauben und auch der christlichen Gemeinde zuwenden.

  • Diese Werbung ist aber nicht Aufgabe eines Pressesprechers oder Öffentlichkeitsarbeiters oder des Pfarrers allein. Der Auftrag: „Geht hin...“ gilt allen. Fachleute können Hilfestellungen geben, Methoden vermitteln, auf Hemmnisse hinweisen. Wir sind nicht die Werbeabteilung der Kirche und die Gemeinde die Produktionsabteilung. ÖA unterstützt das ihr eigene werbende Handeln der Gemeinde.

  • (Diese Seite der Aufgabe der Kirche ist nicht neu und auch keine Erfindung der letzten 10 Jahre. „Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.“ (Barmen 1934, Art 6) „Wir müssen aus unserem kirchlichen Ghetto ausbrechen und in die nichtchristliche Gesellschaft eindringen.“ (Lausanne 1974))

4. Kirche und Plakatsäule


Kirche und Plakatsäule
  • Gott selbst tritt in der Bibel in Konkurrenz zu Göttern und Mächten, die die Menschen vereinnahmen wollen.
  • Wir stehen als Kirche auf diesem Markt, der immer unübersichtlicher wird (neue Medien).
  • Wir brauchen Instrumente, mit denen wir handeln können und auf das Evangelium und die Gemeinde aufmerksam machen können.

5. Gemeinde-Identität stärken

  • Öffentlichkeitsarbeit Fenster in die Gemeinde.

  • Blicken wir mit den Augen der Familie Neuland auf eine fiktive Kirchengemeinde: Neulands wohnen mit zwei Kindern im Neubaugebiet der Kleinstadt Neudorf. Beide Eltern sind evangelisch, die Kinder getauft. Wo haben die Neulands Berührungspunkte mit der Gemeinde? An Weihnachten besucht die Familie den festlichen Gottesdienst. Die kleine Stefanie geht in den evangelischen Kindergarten. Das Gebäude ist außen „so schön angemalt“ – und Frau Neuland hält die Erziehrinnen für kompetent.
    In einem Schaukasten an der Bushaltestelle sieht Frau Neuland schon seit Monaten ein Plakat einer Fastenaktion. Der Slogan gefällt ihr. Und ab und an liegt ein Blättchen der Gemeinde im Briefkasten, das im „Zeitschriftenberg“ der Familie aber untergeht. Fast hätte es Frau Neuland vergessen. Sie war mit einer Freundin bei einem Wochenendseminar über „Frauen-Welten“. Das war „irgendwie auch von der Kirche organisiert“.

  • Für die Neulands stehen die wenigen Berührungspunkte mit der Kirchengemeinde nebeneinander, sie erleben sie nicht als Äußerungen einer bestimmten oder gar „ihrer“ Gemeinde. Von einem großen Teil des Gemeindelebens erfahren sie nichts. Dort, wo Gemeinde eine Gemeinschaft der Eingeweihten ist, deren Leben sich in geschlossenen Gruppen und Kreisen abspielt. Unsichtbar für die sogenannten Randständigen oder nahen Kirchenfernen.

  • Noch ein Blick ins Innenleben der Kirchengemeinde M. Außer der Pfarrerin und einige Kirchenältesten sprechen nur wenige von „unserer Kirchengemeinde“. Die Frauen aus dem Handarbeitskreis reden von „unserem Basar“, und der eingeschworene Gemeindebriefredaktionskreis von „unserem Gemeindebrief“. Sich als Teil einer größeren Gemeinschaft fühlt sich nur eine Minderheit. Was die Gemeinde einzigartig und unverwechselbar macht, würde jeder mit eigenen Schwerpunkten und Inhalten beschreiben. Was unterscheidet die eigene Gemeinde von der Nachbargemeinde? Es fehlt ein „Wir-Gefühl“. Das hat nichts mit Uniformität zu tun oder Gleichmacherei, sondern mit einem ganzheitlichen Verständnis. Wir sind eine einzigartige Gemeinde, und das spürt und erlebt man in unserer vielfältigen Gestalt, unserem Verhalten, unseren Werten und in der Art und Weise, wie wir kommunizieren. Erst das alles macht das unverwechselbare Bild unserer Gemeinde aus.

6. Was bringt Öffentlichkeitsarbeit?

  • Zusammenfassung oben
  • ÖA ist Gemeindeaufbau!! Mehr als nur : Wie stehen wir zur Zeitung
  • Fenster in die Gemeinde innen und außen

7. Glocke im Turm


Glocke in San Jorge
  • Glocke muss in den Turm – und wenn der Turm nicht passt, dann auch einmal unkonventionelle Wege gehen, aber die Glocke muss in Bewegung sein!
  • Jedes Handeln der Kirchen ist öffentliches Handeln.
  • Hauptziel der ÖA: Türen nach außen und nach innen offen halten, mehr noch: sich selbst als inmitten der Gesellschaft verstehen und deshalb in die Kommunikation nach innen und nach außen gleichermaßen investieren.
  • Jemand hat einmal gesagt: Jesus hat auf der Türschwelle gelebt. Mit Blick in den Tempel und mit Blick nach außen.

PowerPoint Präsentationen

Präsentation von Marc Witzenbacher
als Einstieg in das Thema am 22. September 2007 im Forum 18.
Präsentation von Angelika Schmidt
als Impuls zum Thema am 22. September 2007 im Forum 18.

Die Glocke als Symbol für Öffentlichkeitsarbeit [Mehr]
Impressionen vom
22. Sept. 2007 im
Forum 18 [Mehr]
Pressemeldungen: 2000 Teilnehmer beim ersten badischen GEK: www.ekd.de
www.kirchennetz.info